David gegen Goliath?
Der Familienrat des Handwerkbetriebes Knaufmann kommt in den kleinen Betriebsräumen zusammen. Drei Generationen versammeln sich hier. Horst Knaufmann senior, der Betriebsgründer und mittlerweile Rentner, Malermeister Knaufmann junior und sein Sohn, welcher seine Meisterprüfung als Maler und Lackierer vor wenigen Monaten erfolgreich abgeschlossen hat. Der Grund für die Zusammenkunft ist ein wenig erfreulicher. Der Betrieb muss nach 40-jährigem Bestehen geschlossen werden. Die meisten Kunden wurden von der Konkurrenz, einem Firmengiganten aus der Umgebung abgeworben. Angesichts der ohnehin geringen Auftragslage ist ein Überleben des kleinen, familiär geführten Betriebs wirtschaftlich aussichtslos.
Kleine Betriebe gehen zugrunde
Was Familie Knaufmann erlebt, ist kein Einzelfall. So oder so ähnlich ergeht es vielen kleinen Familienunternehmen, die sich im Kampf „David gegen Goliath“ irgendwann – im Gegensatz zum biblischen Original – geschlagen geben müssen und leider allzu oft das Nachsehen gegenüber den großen Firmen haben.
Tipps fürs Überleben
Es gibt nur wenig, was man einem kleinen David raten kann, um die Schlacht gegen Goliath vielleicht doch gewinnen zu können. Denn oftmals müssen nicht – genauso wie in der wahren Geschichte – die Rüstung angezogen und schwere Geschütze aufgefahren werden. Es genügt vielleicht, sich auf die bewährten „Waffen“ zu besinnen und dadurch das Unmögliche möglich zu machen. Dies kann bedeuten:
- Stammkunden wertschätzen und langfristig an das Unternehmen binden.
- Werbekampagnen und Firmenprofil ausrichten auf Schlagworte wie „Tradition“, „Familie“ und „Persönlichkeit“- denn wenn ein Unternehmen bereits in zweiter, dritter oder gar vierter Generation geführt wird, bedeutet dies für die Kunden Verlässlichkeit, Standhaftigkeit und Qualität. Geben Sie Ihrem Betrieb ein Gesicht. Das schafft Vertrauen und weckt das Interesse neuer Kunden.
- Die Augen offen halten und sich auch mal auf Neues einlassen. Nischenprodukte und Marktlücken finden und sich dadurch von der Masse und den großen Konzernen abheben. Es gibt immer noch viele Menschen, die die gute „alte“ Handwerkskunst schätzen. Und in Zeiten, in denen Made in Germany nichts weiter als eine reine Floskel ist, legen Kunden vermehrt Wert auf heimische Produkte und Dienstleistungen.
Der Kampf gegen Goliath ist mit Sicherheit nicht leicht, aber es lohnt sich, diesen aufzunehmen. Und wer weiß, vielleicht wendet sich das Blatt ja doch wieder und wir kehren zum Original zurück, in dem David den Sieg davontragen konnte.
